Iltis – Die Saison 2017 hatte viel zu bieten!

Hier war es lange sehr ruhig – warum? Bin mehr gefahren, hab mehr gearbeitet, hab andere Dinge gemacht… Aber zum gibt es viel zu erzählen, in 2017 hatten wir die erste Saison ohne Restaurationsarbeiten – na ja fast… Die Saison 2017 hatte viel zu bieten! Hier ich will euch von ein paar Highlights erzählen, von Ausflüge, von Treffen und von Reparaturen.

Hollnich – Koblenz und zurück

Der erste des Jahres: Im April sind wir bei super Wetter in den Iltis gestiegen und sind zum Drei-Länder-Eck nach Koblenz gefahren. Auf dem Hinweg hatten wir’s eilig, wir waren nämlich noch beim Iltis Händler unseres Vertrauens in Hollnich verabredet, und wollten dort ein paar Teile kaufen. Kurz vor der Mittagspause waren wir da und konnten noch in Ruhe einkaufen, trotz der Mittagspause. Vielen Dank an Herrn Wagner für den freundlichen Empfang. Danach ging’s gemächlicher weiter nach Koblenz für ein paar schöne Stunden bei nicht mehr ganz so warmen Wetter. Bilder haben wir keine gemacht, aber eine klare Erkenntnis: Ein Iltis kann fast 130 km/h auf der Autobahn fahren, aber der Fahrer macht das nur bedingt mit – ich hatte ungelogen Muskelkater am nächsten Tag, und zwar nur davon, das Lenkrad zu halten. Und laut war’s dank der Allterrain Reifen auch noch. Die Rückfahrt mit 80 Sachen war gemütlicher, auch wenn wir uns voll in der Zeit verschätzt hatten und sehr spät heimkamen. 

Das Taunus Treffen 2017 – aka TT19

Die Iltis Gemeinde ist groß und organisiert jährlich ein Treffen im Taunus, auf dem schön gelegenen Camping Platz Altweilnau. In 2017 sind wir das erste Mal dorthin gefahren, zu unserem zweiten Ausflug des Jahren. Wir waren zwar nur eine Übernachtung dort, aber das war der erste große Ausflug mit Übernachtung im Zelt. Hingefahren sind wir natürlich mit unserem Iltis und dem Roomster meiner Frau. Beide Autos waren vollbepackt mit Familie und Campingausrüstung und vor Ort wurden wir auch schön herzlich empfangen und konnten den anderen Teilnehmern noch beim Rumturnen in der Kiesgrube zuschauen. Prösel (und wir) haben ein paar Komplimente bekommen. Und wir haben unser Familienzelt eingeweiht. Hat alles prima geklappt und unser Sohnemann war natürlich überglücklich – mit dem eigenen Iltis hingefahren und dann noch viele Iltisse mehr gesehen. Am Anfang wusste er gar nicht, wohin er schauen soll 🙂 Im Zelt schlafen klappt also auch – darauf bauen wir auf.

Hier gibt’s ein paar Impressionen unseres Ausflugs zum Taunus Treffen 2017 (TT19):

2017-Taunus-Treffen-TT19-1

Sommercafé mit Oldtimertreffen in Böchingen

Unsere Freunde Bärbel und Tom haben die 1250 Jahrfeier in Böchingen bei Landau verschönert. Sie hatten eine Wette mit der Landrätin laufen, dass sie über 125 für eine im Ort organisieren. Wir waren natürlich auch mit dabei – unsere erste 🙂 Es war heiß, es war schön, es waren knapp 350 da, davon 319 angemeldet und ca. 30 spontan vorbeigekommen. Einer davon war Prösel, eins der wenigen Militärfahrzeuge. Tja, was soll man sagen? Wette gewonnen 🙂 Im Netz finden sich viele Berichte darüber. Bärbel, Tom – habt Ihr klasse gemacht! Wir waren gern da!

Hier ein paar Bilder – Danke an meinen Kollegen Martin P., der ein paar der Bilder beigesteuert hat. Und sorry, dass wir uns verpasst haben. 

2017-Oldtimer-Böchingen-1

An der Ausfahrt haben wir auch teilgenommen. Tom meinte danach, dass der blaue Rauch aus Prösel’s Auspuff nicht so toll sei, wir sollten da mal einen Spezialisten drauf schauen lassen. Am Ende der Saison sollte es dann soweit sein…

Zum Ende der Saison  – Auf zum Motorenbauer

Gegen Herbst wurde das Wetter immer unsteter, und wir hatten Prösel nicht so oft rausgeholt,  damit der Motor nicht noch mehr kaputt geht. Also haben wir einen Termin beim Motorenbauer gemacht und sind mit gemischten Gefühlen hingefahren. Morgens abgegeben und letzte Abstimmung gemacht, der Auftrag war ja klar: Motor instandsetzen und den Vergaser dann gleich neu einstellen. Der Motorenbauer war zuversichtlich, dass der Wagen danach viel besser laufen wird. Solche Motoren macht er über fünf pro Jahr, leichte Arbeit. Die Ersatzteile bekommt er alle, und er hat versprochen, sich zu melden, wenn ihm was besonders auffällt. Ein paar Tage später war der Motor raus, demontiert und es war klar, was alles kaputt war und getauscht werden muss. Die Liste ist recht lang:

  • Kurbelwelle: Laufspuren an den Lagern, eingebrannte Ölreste an allen Nocken
  • Kurbelwellenlager: Alle Lager waren verschlissen, die hinteren waren kurz davor, auseinander zu brechen
  • Rußablagerungen an allen Kolben, der Rekord war eine Belagstärke von ca. 1cm(!) – hätte die Ventile zerstören können, wenn noch mehr Ablagerungen da gewesen wären
  • Ölabstreifringe, alle locker, alle nicht mehr dicht, aber zum Glück keine Laufspuren im Motorblock
  • Motorblock wellig, durch Hitzeentwicklung hatte er sich verzogen. Am Schluss mussten stellenweise 0,5mm abgetragen werden, damit der Motorblock wieder plan war
  • Gegenlager der Anlasserwelle: War ausgeschlagen, oval und nicht mehr da wo es sein sollte – hätte das Getriebe zerstören können, wenn das Gegenlager den Geist aufgegeben hätte
  • Kupplungsdruckplatte: Mehr als die Hälfte des Reibebelags war weg und lag als Brocken in der Kupplungsglocke
  • Ausrücklager: Das hatte „nur“ normalen Verschleiß, war aber schon über der Verschleißgrenze

Der Zylinderkopf war in Ordnung, weil der ja das neueste Teil vom Motor war. Uns allen (auch dem Motorenbauer) war echt unklar, wie der Iltis mit der kaputten Kupplung noch fahren konnte. Beim Rangieren und beim normalen Fahren ist das nicht aufgefallen. Im Nachhinein erklärt das das gelegentliche Hoppeln beim Anfahren. 

Tja, da hatte der Motorenbauer viel zu tun, und hat dazu geraten, die Kurbelwelle zu tauschen, das Ersatzteil musste ich besorgen. Also die Iltisteilehändler des Vertrauens durchtelefonieren und abfragen. Nix da, statt dessen kam der Vorschlag, den Motor komplett zu wechseln, aufbereitete Motoren wären auf Lager. Wäre aber zu teuer, und der Tausch-Motor hätte auch durchgecheckt werden müssen. Zum Glück gibt es VW-Classic-Parts, die hatten noch eine Kurbelwelle. Die alte kann noch aufbereitet werden, die wandert gut konserviert in den Ersatzteilfundus. Kaum war die Kurbelwelle da, wurde sie auch gleich eingebaut, und dabei die Kurbelwellenlager durch Neuteile ersetzt, die modernes Motorenöl vertragen. Das wusste ich bislang auch nicht, dass es da Unterschiede gibt, ich glaube die neuen haben eine Keramikbeschichtung und vertragen dadurch moderne Öle. Mit frisch restauriertem Motor und Einfahrinstruktionen ging’s es dann in die Winterpause, die 500 Kilometer bis zum nächsten ersten Ölwechsel haben wir in 2017 doch nicht geschafft. 

Schaut Euch am besten die Bilder vom Motorenbauer in der Iltis Galerie selbst an, es sind die Bilder Nr. 1642 bis Nr. 1657. Viel Spaß beim Anschauen!