Ich fasse von nun an ein paar Wochen zusammen, ich werde langsam schreibfaul. Es ist viel passiert seit Tag 56, dem 30. August 2015. Wir haben begonnen den hinteren Kabelbaum neu zu bauen, die Sitze werden restauriert, die letzten Blecharbeiten sind erledigt, und es geht ab zum Lackierer.

Kabelbaum

Alle Kabel sind gekommen, die Parallel- und Stoßverbinder,  die Bougierrohre und das Werkzeug sind schon lange da. Ab ans Werk! Der Kabelbaum ist ca. 5,5 Meter lang und zum Glück überschaubar. Damit wir gut dran arbeiten können, habe ich den Tapeziertisch aufgestellt und die Kabel nochmal vermessen. Der Plan ist, die einzelnen Enden etwas länger zu lassen, die Abzweige selbst werden aber gleich lang wie beim alten Kabelbaum. Den alten Kabelbaum lassen wir als Referenz nebendran. Weiter geht’s damit, die Abzweige zu nummerieren und zu dokumentieren. Daraus entsteht dann zu erst eine Skizze des Kabelbaums. Die folgenden Änderungen zum Original haben wir herausgefunden:

  • Die Tarnschlussleuchte ist abgeklemmt und mehr schlecht wie recht abisoliert, der Grünspan hat schon viel vom Kabelbaum weggefressen.
  • Die Kennzeichenbeleuchtung, die im Original aus dem Kabelstrang zum linken Rücklicht rausgeführt wird, ist abgeklemmt, aber ganz gut isoliert. Statt dessen wird die Kennzeichenbeleuchtung aus der Anhängersteckdose versorgt.
  • Die Nebelschlussleuchte , die im Original aus dem Kabelstrang zum linken Rücklicht rausgeführt wird, ist abgeklemmt, aber ganz gut isoliert. Statt dessen wird die Nebelschlussleuchte aus der Anhängersteckdose versorgt.
  • Der Anschluss der Benzinpumpe ist zwar am gleichen Fleck, war aber so verbastelt, dass er nie hätte funktionieren können. Gut, dass eine mechanische Pumpe verbaut ist.

Wir kommen sehr weit, ca. 70% des Kabelbaums sind Mitte Oktober fertig. Ein paar kleinere Nachbestellungen an Kabel und Verbindern müssen wir noch machen, aber alles im Rahmen. Hey, für den ersten Kabelbaum nicht schlecht. Der Plan in meinem Kopf sieht vor, dass ein paar Anschlüsse geändert werden. Die Nebelschlussleuchte will ich aus dem Kabelstrang zum rechten Rücklicht versorgen, da aufgrund der Heckklappenkonstruktion alles über die rechte Fahrzeugseite geführt wird. Wahrscheinlich wird die Kennzeichenbeleuchtung auch wieder aus der Steckdose geführt. Die Steckdose wird wieder auf die  militärische 12-polige Ausführung zurückgebaut. Ich muss ohnehin einen Adapter von 24V auf 12V besorgen um zivile Hänger zu ziehen, dann kann auch gleich noch einen Steckeradapter vorsehen. So bleibt das Heck wenigstens nah am Original. Ein paar Bilder findet Ihr in Kai’s Iltis Galerie ab Bild Nr. 1177, bis Bild Nr. 1180.

Karosserie

Die Karosserie war echt böse mitgenommen. Ihr kennt es von den früheren Bildern. Mitte September war es soweit, dass die Radläufe und der Unterboden, die Seitenbleche und die Verstärkungen der Karosserieaufnahmen fertig geschweißt waren. Wir konnten die Karosserie wieder wie ein richtiges Auto auf die Hebebühne legen, vorbei ist die Zeit der stabilen Seitenlage.

Die dreieckigen Karosserieaufnahmen am Heck wurden komplett neu angefertigt, die untersten Karosserieteile am Heck, mit der vierten Sicke wurden komplett neu angefertigt, die Abstandsbleche in den hinteren Radkästen sind handgefertigt, viel Rost wurde beseitigt. Die Seiteneinstiegsbleche konnten zum Glück durch Ersatzbleche aus Lagerbeständen ersetzt werden. Das Batteriefahch wurde mit vielen Ersatzblechen und selbstgefehrtigten Blechen rekonstruiert. Da steckt eine Menge Arbeit drin, Andreas hat eine echt gute Arbeit geleistet. An den Aussenblechen der Karosserie wurden viele Dellen entfernt, ein paar Punkte verschliffen, und am 19. September haben wir die erste Passprobe gemacht.

Zum Glück hat sich nichts an der Karosserie verzogen, bis auf zwei der dreieckigen Karosserieaufnahmen im Heck passen alle Schraubenaufnahmen wie angegossen. Die zwei Karosserieaufnahmen habe ich schnell ausgefeilt, die sind ja manuell gefertigt werden, da ist ein wenig Nacharbeit normal. Nachdem die Karosserie auf dem Fahrgestell saß haben wir die Heckklappe provisorisch befestigt um Maß für den Verschlussbolzen nehmen zu können. Also haben wir den schweren Ersatzreifen montiert, und mit schweren Eisenplatten und ein paar alten Batterien Gewicht draufgebracht. War ne schwere Sache, aber hat gut funktioniert. Bis Ende September muss die Karosserie lackierfertig sein. Und so kam es dann auch, ein paar Kleinteile im Motorraum wurden wieder angeschweisst, die Windlaufbleche, wo die Türen eingehängt sind, wieder angeschweisst werden und Feinarbeiten wie nicht mehr benötigte Löcher zuschweissen, Rost entfernen wurden erledigt.

Sieht doch wieder wie ein Auto aus, oder?

Das Gesicht ist auch wieder zu erahnen:

Schaut Euch die Bilder von der Karosserie in Kai’s Iltis Galerie an, die Karosseriebilder vom September beginnen bei Bild Nr. 1200, bis Bild Nr. 1251.

Sitze

Die Sitze sehen von aussen ganz gut aus, aber es ist zu erahnen, dass sie auch sanierungsbedürftig sind. Also haben wir nebenbei angefangen, den Fahrersitz zu demontieren.

Der Fahrersitz

Der Anblick geht ja noch:

Bohrt man weiter, sieht es dann so aus:

Das gute ist, dass die Substanz als solche noch ok ist, und wir uns erstmal nur auf die Sitzflächen konzentrieren, die Sitzlehnen sind ok, und bleiben so. Ich wundere mich nur, wie Schlammspritzer auf die Unterseite des Sitzes kommen. Das kann ich mir nicht erklären, soooooooo löchrig war der Unterboden auch nicht. 😉 Also wird der Schlamm abgewaschen, und dann kommt die Sitzfläche auf die Terasse, Schutzausrüstung an, Flex mit Zopfbürste raus und schon geht es dem Rost an den Kragen. Zur Sicherheit wird die Sitzfläche noch mit Brunox versiegelt, das wandelt die letzten Roststellen um, dann wurde nach einer Trocknungszeit grundiert und später schwarz lackiert.

Aber!! Das war ein dicker Fehler! Nach zwei Tagen hatte sich Brunox zusammengezogen und die Grundierung und der Lack hatten sich in spinnenartigen Netzen gelöst. Dicker Fail! Also habe ich die Sitzschale gesandstrahlt, neu grundiert, und neu lackiert, diesmal ohne Brunox. Dann hält auch die Farbe…

Derweil arbeitet meine Frau die Sitzbezüge auf, nähen, kleben und putzen. Das Kunstleder ist trotz des Alters sehr robust und lässt sich mit Neutralreiniger und Scheuerpulver gut sauber machen. Die genähten Risse im Kunstleder sind zwar zu sehen, aber die Sitzebezüge sind wieder sauber.

Schaut Euch die Bilder von der Fahrersitzrestauration in Kai’s Iltis Galerie an. Die Bilder vom ersten Versuch beginnen bei Bild Nr. 1181 und gehen bis Bild Nr. 1199. Der zweite Versuch beginnt bei Bild Nr. 1281 und geht bis Bild Nr. 1311. Dazwischen sind auch Bilder vom Luftfiltergehäuse, wie es nun nach der Restauration wieder aussieht.

Der Beifahrersitz

Wer gedacht hat, der Fahrersitz sieht schlimm aus, hat den Beifahrersitz nicht gesehen. In der Sitzschale war großflächiger Rost, teilweise war die Sitzschale durchgerostet.

Am Rahmen der Sitzschale war das Ding tatsächlich durchgerostet… Lässt sich aber wieder schweissen, sobald der Rost weg ist.

Die Beifahrersitzschale habe ich Samstags in der Werkstatt in die Sandstrahlkabine getan und den Rost auf die Art gründlicher entfernt als mit der Zopfbürste. Die durchgerosteten Stellen konnten wie erwartet geschweißt werden, ein paar Stellen, wo das Blech großflächig dünner geworden ist, habe ich mit GFK-Matten verstärkt. Und damit das auch nicht mehr rostet, wurde die Sitzschale gleich gründlich grundiert.

Auch hier hat meine Frau die Sitzbezüge geputzt, in der Rückenlehne des Beifahrersitzes waren Reste eines verlassenen Wespennests. Die Sitzschale war an der Unterseite auch wieder dick schlammverkrustet. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Paratroopers mit Prösel in viel zu tiefem Wasser gefahren sind. Habt Ihr eine Theorie??

Schaut Euch die Bilder von der Beifahrersitz Restauration in Kai’s Iltis Galerie an. Die Bilder beginnen bei Bild Nr. 1312 und gehen bis Bild Nr. 1316. Viele Bilder sind es nicht, kennste einen rostigen Sitz, kennste alle 😉

Ab zum Lackierer!

Am 26. September war es soweit, ab zum Lackierer. Die Vorarbeiten waren abgeschlossen, der Lackierer beauftragt, und der Innenraum sowie die Unterseite waren vorab schon lackiert.

Ab auf den Trailer und rein in die Lackiererei. Den Unterboden und den Innenraum hat der Karosseriebauer bereits mit Zinkstaubfarbe, Grundierung und Lack ordnungsgemäß lackiert, die Karosserie selbst soll der Lackierer machen. Zusammen mit der Karosserie wurden die ganzen vorbereiteten Anbauteile angeliefert, wie Verdeckspriegel, Tankabdeckung, Überrollbügel und noch viel mehr. Die Felgen werden eine Woche später nachgeliefert, die Heckklappe mit dem Reserveradträger geht vorher noch zum Verzinker. Auf jeden Fall hat der Lackierer gut zu tun, aber erlässt sich drauf ein, mein Lacksystem von Militärlacke.de zu verwenden. Schliesslich soll ja die Originalfarbe wieder drauf. Ein paar Stellen im Innenraum und Unterboden müssen noch nachgearbeitet werden, aber das ist halb so wild. Auf den Unterboden kommt ja ohnehin noch Unterbodenschutz.

Schaut Euch die Bilder der Karosserie vor der Lackierung in Kai’s Iltis Galerie an, die Bilder fangen bei Bild Nr. 1252 an und gehen bis Bild Nr. 1280.

Wie geht’s weiter?

Es bleibt immer noch viel zu tun. Aber ein anderes Thema rückt nun immer weiter in den Vordergrund, Anfang November werden wir zu dritt sein 🙂 Der Iltis muss nun ein wenig warten. Es bleibt spannend!