Tag 47: Weichen stellen und sandstrahlen

Heute mittag sind wir in die Werkstatt, um abzuholen, die wir zu einem Oberflächenbehandlungsexperten geben wollen. Der soll sie und gleich grundieren. Gestern hatten wir Iltisfrei. Meine Frau und ich sind shoppen gegangen, ganz normale Sachen, keine Iltisteile. Aber wir haben die Gelegenheit in der Stadt genutzt um Weichen zu stellen.

Gestern:

Das Lackieren mit der Rolle funktioniert gut, aber ist zeitraubend. Also suche ich schon länger nach einer Möglichkeit, den   zu spritzen. Der von Militärlacke.de lässt mit Spritzhärter und Verdünner auch spritzen. Das technische Datenblatt listet alles schön auf, benötigt wird eine HVLP Spritzpistole mit einem Luftbedarf von 140 Liter in der Minute und mindestens einer 1,3mm Düse. Kann ja nicht so schwer sein, einen passenden Kompressor und eine Pistole zu finden.

Tja, in den Baumärkten gibt es keine passende Kompressoren. Zu klein, zu wenig Luftleistung, zu teuer. In der Region gibt es einen Kompressorenhersteller, den ich von unterwegs aus anrufe. Der hätte einen passenden Kompressor, aber der ist zu groß. Hätte ich eine Garage, könnte ich den Kompressor unterbringen. Ich habe keine Garage, und müsste jedes Mal den Kompressor vom Keller auf die Terasse tragen. Der Kompressor, der in Frage kommt, wiegt über 40 Kilo. Geht gar nicht 🙁

Eine Pistole lässt sich dagegen finden. Ganz in der Nähe von meinem Büro ist ein Fachmarkt für Lackierbedarf. Dort erkundige ich mich nach passenden Pistolen, und bekomme super Hinweise von den sehr netten Mitarbeitern dort. Der wichtigste Hinweis aber ist: Don’t do this! In Deutschland gibt es bekanntlicherweise viele Richtlinien und Gesetze. Eine VDO Richtlinie sieht vor, dass nur in Räumen mit Abzuganlage lackiert werden darf. Diese Räume kennt man als Lackierkabinen. In Wohngegenden sollte man sich das zweimal überlegen, zu lackieren, da mit Geruchsentwicklung zu rechnen ist. Im Sinne der guten Nachbarschaft rät man mir, lieber in eine Mietlackierwerkstatt auszuweichen. Eine solche gibt es in der Nähe, die ich dann auch gleich besuche. Nettes Gespräch, Visitenkarte mitgenommen und ab nach Hause. Während dessen hat meine Frau bei einem Trockeneisstrahldienstleister in der Nähe angerufen. Er hat tatsächlich Kapazitäten frei, wir sollen ihm Bilder vom Fahrgestell schicken, damit er eine Abschätzung machen kann, was es kosten würde, das Fahrgestell per Trockeneisstrahlen zu reinigen 🙂

Heute:

Wie eingangs erwähnt, wollten wir vormittags eigentlich ein paar Teile aus der Werkstatt mitnehmen und zum Oberflächenbehandlungsexperten geben, also sandstrahlen und grundieren lassen. Stattdessen kann ich in der großen Sandstrahlkabine meines Karosseriebauers die Teile die ich eigentlich mitnehmen wollte, sandstrahlen. Hurra 🙂 Hoffentlich macht mein Arm das mit. Bevor es losgeht, habe ich die Stoßecken abgebaut, die müssen ja in Wagenfarbe lackiert werden, also muss die alte Farbe vorher runter. das geht überraschend gut, mit ein wenig Rostlöser eingesprüht, lösen sich die Schrauben der Stoßecken schnell vom Rahmen. Dann mache ich auch die Bilder vom Fahrgestell für den Trockeneisstrahl Dienstleister.

Iltis-Tagebuch-1027Ich will Euch die Bilder nicht vorenthalten, ihr findet Sie in der Iltis Galerie, Bild Nr. 1027 bis Bild Nr. 1044. Und der Transport ist auch geklärt, wir können den Trailer und das Zugfahrzeug von unserem Karosseriebauer ausleihen. Feiner Zug 🙂 Über Mittag schauen wir beim Lackierer vorbei, den mir mein Karosseriebauer nochmals empfohlen hat. Er vermietet auch seine Lackierkabine. Ich habe ihm mein Vorhaben geschildert, die Teile bei ihm lackieren zu wollen und dass er die Iltiskarosse lackieren soll. Geht alles für ihn in Ordnung, er vermietet die Kabine zu einen günstigeren Preis, nur verleiht er seine Lackierpistolen nicht (also kann ich mir doch eine kaufen *g* ). Nachmittags mache ich mich auf in die Sandstrahlkabine, meine Frau widmet sich daheim dem restlichen Verdeckgestänge, den vorderen Verdeckspriegel habe ich zum Sandstrahlen abgebaut.

Iltis-Tagebuch-1052Hier seht Ihr die Teile vor dem Sandstrahlen. Abgebildet sind die Stoßecken, das nachgerüstete Heckklappenscharnier, die Heckklappe selbst, der Reservekanisterhalter, der Tankstutzen, und der erste Verdeckspriegel. Ab in die Sandstrahlkabine.

Zuhause demontiert meine Frau das Verdeckgestänge. Ich verbringe den restlichen Tag in der Sandstrahlkabine und befreie die Teile von Lack und Rost. Iltis-Tagebuch-1053 In der Werkstatt befindet sich noch der Reserveradträger, der wird ebenfalls entlackt. Bis auf den Verdeckspriegel, den ich als letztes Teil angehe, bekomme ich alle Teile blank. Bevor ich zum Feierabend aufbreche, vereinbare ich mit meinem Karosseriebauer, dass es morgen weiter geht. Mein Arm hat alles mitgemacht 🙂

Iltis-Tagebuch-1060Auf dem Bild seht Ihr den Reservekanisterhalter, die Stoßecken und das Heckklappenscharnier nach dem Sandstrahlen. Sieht gut aus, oder?

Auf dem Nachhauseweg telefoniere ich mit meiner Frau. Sie hat mit dem Trockeneisstrahler telefoniert, er kann uns das Iltis Fahrgestell säubern. Der Preis geht auch in Ordnung, er schätzt, vier Stunden zu brauchen. Am Freitag geht unser Iltis Fahrgestell zum Trockeneisstrahlen. Jippie!!!

Wie gehabt, findet Ihr alle Bilder in Kai’s Iltis Galerie. Die Bilder von heute beginnen bei Bild Nr. 1027. Viel Spaß beim reinschauen.