An Nikolaus waren wir auch in der Werkstatt und haben weiter gearbeitet. Es war endlich soweit, die Scheidung konnte vollzogen werden. In der Autowelt spricht von der Hochzeit, wenn die Karosserie auf das Fahrwerk gesetzt wird. FĂŒr mich klingt nur logisch, dass man von der Scheidung spricht, wenn die Karosserie vom Fahrwerk abgehoben wird. Leiterrahmen sei Dank đ
Die Karosserie ist ab, nach dem ich die zwei vorangegangenen Samstage lang die KabelbĂ€ume abgebaut habe, Verbindungen gelöst, Teile abgebaut, verstaut und den einen oder anderen Fluch ausgestoĂen habe. Das einzige was mich so richtig Nerven gekostet hat, war der Schalthebel. Das Teil saĂ so fest, dass es nicht vom Getriebe trennen wollte. Weder ein Abzieher noch rohe, dosierte Gewalt, wollten, dass der Ganghebel von seinem Platz weicht.
Diese Verbindung war irgendwie festgebacken:
Der Abzieher konnte nicht richtig greifen, diese Stelle ist mit einem richtig dicken Fett eingerieben, also ist der Abzieher abgerutscht. Der nĂ€chste Versuch waren zwei schwere HĂ€mmer, einer zwischen dem Gangwahlhebel und dem Sperrblech eingeklemmt, mit dem anderen wurde auf den FuĂteil des Ganghebels gehauen, aus dem der Schraubbolzen rausschaut. Keine Chance, es war auch kaum Platz, die schweren HĂ€mmer richtig anzusetzen. FĂ€llt Euch in diesem Bild ein Kabel auf? Merkt Euch das mal. đ Also blieb uns nichts anderes ĂŒbrig, als dass einer der Anwesenden in den Innenraum klettert, den Ganghebel soweit nach vorne drĂŒckt wie möglich, wĂ€hrend wir die Karosserie anheben und das Chassis nach vorne schieben. Multitasking pur đ
Doch bevor es soweit sein sollte, mussten noch ein paar weitere Verbindungen getrennt werden. Da gibt es die zwei GestÀnge und ihre Hebel. Eines geht nach vorne und schaltet den Vorderradantrieb und die vordere Differentialsperre zu. Bei einem Bombardier Iltis ist das der rechte Hebel mit den zwei Schaltpositionen. Von unten sieht das GestÀnge so aus:
Der linke Hebel schaltet das Hinterachsdifferential, das GestÀnge ist auch zu trennen. Sieht von unten Àhnlich aus, hat aber nur eine Schaltposition. Dann ist noch die Handbremsanlage im Weg, die ist ganz einfach zu trennen, einfach die Schraubverbindung am Waagbalken lösen und schon hÀngen die Bremsseile, die nach hinten in die TrommelbremsgehÀuse laufen, lose. Sie sind mit zwei Kunststoffpuffern in Haltern unterm Batterieblech eingeclipst und lassen sich recht leicht lösen:
Im Motorraum waren noch die zwei BremschlĂ€uche zu lösen, die vom Hauptbremszylinder zum Verteiler auf dem Rahmen fĂŒhren. Vorher muss die BremsflĂŒssigkeit abgesaugt werden, mit einem Vakuumsauger ist das ruckzuck erledigt. Diese zwei BremsschlĂ€use sind das:
Wichtig: Die Schraubverbindung wird ĂŒber dem Halteblech gelöst, dazu empfiehlt sich mit einem offenen MaulschlĂŒssel die oben sichtbaren Mutern an den festen Bremsrohren zu lösen, wĂ€hrend man den unteren, flexiblen Schlauch fixiert. Andersrum funktioniert das nicht. Nachdem die ganzen GestĂ€nge, die zwei BremschlĂ€uche demontiert waren, gingâs ans Werk, HebebĂŒhne an und hoch damit, immer schön vorsichtig.
_Â Ihr habt Euch das Kabel gemerkt?_
Die hintersten zwei Gummipufferaufnahmen drehten hohl, also haben wir bei der einen die Flex angesetzt und den Bolzenteil getrennt, bei der anderen war das Gummi bereits kaputt, die hat sich nicht gewehrt. Aber dennoch hing etwas fest.
Richtig, das schwarze Kabel von den Bildern. Das geht nĂ€mlich von der vorderen Sperrenanzeige ins Armaturenbrett. Erst als die Karosserie oben war, haben wir festgestellt, dass das Kabel mit einem Kabelbinder am GetriebegehĂ€use festgemacht war. Also, weg mit dem Kabelbinder⊠Und dann gingâs ganz schnell, Karossiere nach oben, Chassis nach vorne und so sieht ein nackter Iltis aus:
Und da der Unterboden nun gut zu erreichen ist, hab ich gleich damit begonnen, das Hitzeschutzblech zu demontieren. Das ist das Blech, was zwischen dem mittleren Auspufftopf und dem eigentlichen Unterboden sitzt. Bei mir war das schön vergammelt, hatte ein Rostloch und musste weg. Eine der fĂŒnf Schrauben lies sich noch lösen, die anderen wollten nicht. Also habe ich die Schraubenköpfe weggeflext:
Und so sieht unter dem Blech aus:
Tja, und so sehen die Montagepunkte aus, an denen die Karosserie mit dem Rahmen verschraubt ist. Das ist mal ein âMega-Autschnâ. Der Karosseriebauer freut sich schon đ
DemnĂ€chst mehr, Schraubertag sieben war damit rum. Weitere Bilder wie gehabt unter: Kaiâs Iltis Bilder