Der Tag fängt für mich im Hotel an. Nach einer Firmenveranstaltung am Freitag abend habe ich im Hotel übernachtet, ca. 1,5 Stunden Fahrt vom Iltis entfernt. Meine Frau und ich haben vereinbart, dass sie am Samstag die weiteren Ersatzteile bringt und ich danach vorbei schaue.
Aber ganz so gemütlich fängt der Tag dann doch nicht an. Kaum bin ich daheim, nachdem ich noch einen Kollegen heim gefahren habe, ruft meine Frau an und sagt mir, dass ich schnell vorbei kommen soll, den Werkzeugkasten kann ich daheim lassen, aber die Arbeitsklamotten soll ich mitbringen. Es geht schon los, sie hat bereits den Luftfilter demontiert.
Auweia, jetzt wird’s ernst.
Und so beginnt, für uns beide etwas unverhofft, der erste Schraubertag in der Werkstatt. Total ungewohnt, aber es macht Spaß, das ganze Werkzeug ist da, Hebebühnen sind auch da, und wir können alles verwenden. Bei Fragen hilft uns der Chef aus, und wir legen los. Wir bauen „mal eben“ den Luftfilter ab, den Ventildeckel, den Kühler, den Vergaser, sämtliche Schläuche, die dazu gehören, weitere Motorteile werden auch demontiert. Und nebenbei wächst die Liste von Ersatzteilen, die wir beschaffen müssen.
An oberster Stelle steht der Kühler. Bei den ersten Reparaturen haben wir gesehen, dass der Kühler links unten ein kleines Leck hat. Das sieht man aber erst, wenn die Stoßstange demontiert ist, aber hilft nix, der Kühler muss raus. Blöderweise werden die Bombardier Kühler nicht mehr produziert und die Restbestände am Markt werden mit Gold aufgewogen. Und das Kühlernetz ist so marode, dass es sich mit dem Finger wegwischen(!) lässt. Ein Telefonat mit meinem Ersatzeilhändler am kommenden Montag soll Klarheit bringen. Der Kühlergrill ist böß demoliert, auf den früheren Bildern sieht man ja, dass eine Delle unter dem Bombardier Logo ist. Da muss wohl mal ein Anhänger eingeschlagen sein. Der Luftfilter samt Gehäuse ist ok, genauso wie der Vergaser, die Vergaserbrücke und der Auspuffkrümmer. Die ausgebauten Ersatzteile werden „fotodokumentiert“ und inventarisiert. Nach einem langen Tag in der Werkstatt sind wir total platt aber euphorisch.
Ab sofort werden wir so oft es geht in der Werkstatt sein und den Iltis restaurieren. Vor lauter Aufregung haben wir kaum Bilder vom Fortschritt gemacht. So sieht’s abends im Motorraum aus: